Bleibende Eindrücke beim Besuch einer Gedänkstätte

21.06.18

Am Donnerstag, den 07.06.18 begann für über 100 Schüler und 7 Lehrkräfte der Textilschule eine Zeitreise ins Konzentrationslager Flossenbürg. Dabei waren die Klassen TPM11a, b, c, d; die TVE11a, b; die TLA11 und die TSE11. Mit zwei Bussen wurden wir um 8 Uhr morgens vor der Textilschule abgeholt. Wir fuhren ca. 1 ½ Stunden.
An der Gedenkstätte angekommen wurden wir in Gruppen eingeteilt, mit Leitern, die uns durch das Gelände führten. Das KZ Flossenbürg wurde 1938 errichtet und bestand bis zum 23. April 1945 bei Weiden in der Oberpfalz. Heute befindet sich auf einem Teil des ehemaligen Arbeitslagers eine Gedenkstätte. Unsere erste Station waren die SS- Unterkünfte. Dort lebte die SS unter guten Bedingungen mit zusätzlichen Freizeitangeboten. Mit einer Plantafel veranschaulichte unsere Gruppenleiterin den damaligen Aufbau, von dem bis heute nur noch Teile gut erhalten geblieben sind. „Das KZ- Flossenbürg war kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager“, schilderte uns unsere Gruppenleiterin. Sie sollten der „Vernichtung durch Arbeit“ zum Opfer fallen. Die Flossenbürger Steinbrüche sollten dazu dienen. Auf dem Appellplatz, wo sich auch Häftlingsküche und Wäscherei befanden, zählte die SS morgens und abends die Häftlinge, außerdem wurden hier auch Hinrichtungen vor den Augen der Gefangenen vollzogen. Unsere nächste Station war das Informationszentrum. Dort befand sich eine umfangreiche Ausstellung mit Bildern, Videos und Gegenständen aus dieser Zeit. Außerdem konnte man sich Zeitzeugenberichte anhören. Danach ging es ins Häftlingsbad. Dort galt die Devise „vom Menschen zur Nummer“, indem der Person die Identität genommen wurde. Die neu angekommenen Häftlinge wurden hier, nachdem sie ihre Kleidung und privaten Dinge abgaben, unter viel zu heiße oder kalte Duschen getrieben. Anschließend bekamen sie Häftlingskleidung verordnet und wurden einer Nummer zugeteilt. Danach führte uns unsere Gruppenleiterin durch einen Park, dieser gilt heute als eine Art Friedhof für Angehörige der Opfer zum Trauern. Der Friedhof birgt vor allem die Opfer der Todesmärsche vom April 1945. Angrenzend an den Park befindet sich das „Tal des Todes“. Die Gruppenleiterin führte uns an den Gräbern vorbei zu einem der drei noch erhaltenen Wachtürme. Von dort gingen wir über Treppen hinab zum ehemaligen Krematorium. Hier wurden die Leichen der Gefangenen verbrannt. Nur wenige Meter hiervon birgt eine mit Rasen bewachsene Pyramide die Asche von vielen tausend Häftlingen. Zahlreiche Denkmäler schmückten diesen Ort, welche den Verstorbenen die letzte Ehre erweisen.
Der Ausflug ins Konzentrationslager Flossenbürg hinterließ einen tiefen Eindruck und wir verließen die Gedenkstätte mit einem beklemmenden Gefühl. Das Ausradieren hatte hier System. Der Ort sollte verschwinden, doch von uns allen wird dieser Ort durch diesen Ausflug niemals in Vergessenheit geraten.
Vielen Dank an alle Lehrer, insbesondere Frau Kropf für die aktive und engagierte Organisation des Ausfluges!

Melissa Schuster, TVE11b

 

Zurück