Großes Interesse an Textilschulen

21.03.18

Quelle: Helmut Engel, FP 20.03.18

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In den Laboren gibt es verschiedene Versuche zu sehen (Foto: H. Engel)

 

Münchberg/Naila - Sie kamen aus Hamburg, aus Stade in Niedersachsen oder vom Bodensee, die Besucher des Tages der offenen Tür der Fachschulen für Textil und Bekleidung in Münchberg und Naila, der am Samstag stattfand. Hunderte Kilometer nahmen sie auf sich, um sich über das Angebot der einzigen Schule Deutschlands zu informieren, an der Textiltechniker im Vollzeitsystem in fünf Schwerpunkten ausgebildet werden: in Weberei-, Maschen- und Vliesstofftechnik sowie in Veredlung und Prüftechnik. Auch Textilbetriebswirte können dort ihr zweijähriges Fachschulstudium absolvieren.

Die Infotage in Münchberg sind jedoch nicht nur eine Orientierungshilfe für künftige Textiltechniker und Textilbetriebswirte. Auch Ehemaligen, die heute in ganz Europa in führenden Textilunternehmen arbeiten, nutzen die Tage gerne, um ehemalige Kollegen wiederzutreffen. Gleichzeitig ist der Tag der offenen Tür auch eine Berufsbörse, denn viele Betriebe sind dort auf der Suche nach künftigen Mitarbeitern. Darüber hinaus stellte sich heuer die neue stellvertretende Schulleiterin Birgit Öxler vor, die die Nachfolge Dieter Rückers angetreten hat.

Konrektor Stefan Günther erklärt den Interessenten bei den Rundgängen, welche Berufschancen sich den Absolventen der Schule eröffnen. "Unsere Studierenden können aufgrund ihrer Ausbildung in allen Bereichen der textilen und artverwandten Industrie eingesetzt werden." Mit dem erworbenen Wissen würden sie zu begehrten Fachleuten und könnten in vielen Positionen Arbeit finden: als Schicht-, Abteilungs- oder Produktionsleiter, als Beauftragte für Sicherheit und Umweltschutz, als Beauftragte für das Qualitätsmanagement, als Ausbildungsleiter oder Mitarbeiter im Einkauf, im Vertrieb oder in der Kundenberatung. Sehr gefragt sei das Prüfungswesen. In zwei Labors werden Textilien unter anderem auf Farbechtheit bei Schweiß, auf Reibung und Reißfestigkeit getestet. Die Veredler kümmern sich um die letzten Produktionsschritte und machen die Ware für den Endanbieter gebrauchsfertig.

Fachlehrer erklären den vielen Interessenten die Herstellungsweise von Maschenstoffen (Foto: H.Engel)

 

Die an der Textilfachschule ausgebildeten Betriebswirte können in der Textil- und der Bekleidungsindustrie arbeiten. Ein Textilbetriebswirt ist Vermittler zwischen Textiltechnologie und Betriebswirtschaft. Nach ihrer Ausbildung verfügen die Studenten über ein breit gefächertes Wissen über Materialien, Maschinen und Prozesse sowie über Konsumverhalten, Zielgruppen und Kommunikationspolitik. Neben Einkauf und Disposition, Produktentwicklung und Vertrieb erstreckt sich das Tätigkeitsfeld der Textilbetriebswirte auch auf Groß- und Einzelhandel. Die letzten beiden Jahrgänge stellten ihr Können in Schülerfirmen unter Beweis und bekamen dafür Preise.

An der Staatlichen Berufsschule für Bekleidungstechnik in Naila, die am Samstag ebenfalls ihre Pforten öffnete, macht sich erstklassiges Fachpersonal für Jobs in der Bekleidungsindustrie fit. Hier bekamen die vielen interessierten jungen Leuten einen Einblick in die Ausbildung zum bekleidungstechnischen Assistenten oder zum Textiltechniker.

Schulleiterin Monika Nestvogel stellte mit einigen Schülern die möglichen Berufslaufbahnen vor, erklärte den Ausbildungsverlauf und wies auf Projekte hin, die teils in Kooperation mit Partnern durchgeführt werden. "In Naila werden technische Fachleute ausgebildet, die in der Textilwirtschaft einen ausgezeichneten Ruf genießen", berichtete Schulleiterin Nestvogel, die auch die Textilfach- und Berufsschule in Münchberg sowie die Beruflichen Schulen in Ahornberg leitet.

Fotos: C. Schmiedel

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