Textilschüler haben alle Chancen

30.07.19

Quelle: Helmut Engel, FP. 30.7.2019

Bei der Abschlussfeier der Textilfachschule und der textilen Berufsschule wurden zahlreiche hervorragende Schüler und Studierende mit Geldpreisen, Meisterpreisen und Anerkennungen ausgezeichnet (von links): Fabian Schmidt, Ernst Rupprecht Werdin vom Förderverein, Jakob Strobl, Dr. Christian Heinrich Sandler, Präsident der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie, Nathalie Strohwald, Sebastian Bothe, Elena Ludwig, Julia Birkl, Schulleiterin Monika Nestvogel, Katarina Röder, Rainer Ott von der Stadt Münchberg und Abdelfatah Guled. Foto: Engel

 

 

Bei der Verabschiedung der Absolventen der Textilfachschule und der textilen Berufsschule Münchberg hat stellvertretender Schulleiter Stefan Günther in glückliche Gesichter geblickt. „Ihr wart wahnsinnig gute Absolventen, habt euer Ausbildungsziel zu hundert Prozent erreicht.“ Schulleiterin Monika Nestvogel bescheinigte den Absolventen, dass sie mit den Abschlusszeugnissen einen wesentlichen Eintrag in ihren Lebenslauf erhielten. Das Zitat von Heinrich Heine „So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen“ sei für die jungen Frauen und Männer eine Zierde, die ihnen Türen öffne. Die letzten harten Wochen seien Vergangenheit, doch der Stress von gestern sei die gute alte Zeit von morgen.
Gefallen hat der Schulleiterin der Text zur Einladung für die Lehrer zur Abschiedsfeier: „Die langes Schulstrecke, die es zu überwinden galt, durch den vielfältigen Wissenswald sollte mit unserer Schulabschlussfeier einen Ausgang finden, ehe wir in alle Richtungen verschwinden.“ Einen Wissenswald hätte es tatsächlich zu überwinden gegolten. Auf sieben Paketen Papier hätte jeder Absolvent in seiner zweijährigen Studienzeit sein Wissen gespeichert. Ganze Wälder seien dafür abgeholzt worden. Eine Garantie für das Gelingen des zukünftigen Weges könne die Schule aber nicht garantieren, „das gibt es für nichts und niemanden auf der Welt“. Das Leben würde immer ein Wagnis bleiben.
Nicht nehmen ließ es sich der Präsident des Verbandes der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie, Dr. Christian Heinrich Sandler, die Textiler von der Schule zu verabschieden. Mit der Abschlussprüfung hätten die Absolventen eine Grundlage für ihre berufliche Karriere geschaffen, nun gelte es, das in der Theorie erworbene Wissen in die Praxis umzusetzen. „Ich kann Ihnen voraussagen und versichern, dass mit diesem Erfolg eine Vielzahl von neuen Aufgaben auf Sie zukommt.“ Die Arbeitswelt befinde sich in einem Umbruch. Die leistungsfähigsten Prozessoren seien aber immer noch die Gehirne der Menschen. Mit der Ausbildung und Weiterbildung an der Textilfachschule hätten die Absolventen erfahren, dass nur derjenige erfolgreich beruflich vorankommt, der sich nie mit dem Erreichten abfindet. Die Fachkräftesicherung würde für die Unternehmen in Deutschland in den nächsten Jahren zu eine der größten Herausforderungen. Für seinen Verband sei es ein langjähriges und beharrliches Ziel, den Aus- und Weiterbildungsstandort Münchberg zu einem textilen Bildungs- und Forschungszentrum weiter auszubauen. Der Präsident lud die Absolventen ein, sich hier bei Firmen zu bewerben.
Auch für Landrat Dr. Oliver Bär hat es Priorität, dass die Region als Textilstandort und textiler Bildungsstandort erhalten bleibt und ausgebaut wird. Neben dem klassischen Textilstandort sei die Region auch ein Standort der neuen Textilien. „Wir glauben an unseren Textil- und Industriestandort.“
Als Vertreter der Stadt Münchberg verriet Stadtrat Rainer Ott, dass er 1982 an dieser Schule seinen Ingenieur gemacht hat und er sei stolz, dass sich junge Menschen aus ganz Deutschland hier ausbilden lassen. Ernst Rupprecht Werdin vom Förderverein beglückwünschte die Absolventen und wünschte ihnen, dass sie immer so glücklich sein mögen, wie an diesem Tag.
Dr. Christian Heinrich Sandler fragte bei der Übergabe des Meisterpreises und des Verbandspreises an Sebastian Bothe aus Jülich als besten Techniker danach, was ihm an unserer Region gefallen hat und ob er sich vorstellen könnte, hier zu arbeiten. Bothe zitierte seine Schwester: „Hast du ein Glück, kannst in einer Gegend lernen, in der andere Urlaub machen.“

 

 

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